|
In diesem Jahr wurden die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Geislingen schon im Januar mit einem Übungseinsatz überrascht. Am vergangen Samstag, 23.01.2010, schrillten um 15.05 Uhr die Funkmeldeempfänger des Technischen Zuges. Drei Minuten später erfolgte zusätzlich die sms-Alarmierung per Groupalarm: „Übungsalarm für das THW Geislingen. Alle Helfer umgehend im OV einfinden!"
Das Szenario: Nach einer Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus in Lonsee werden noch sieben Bewohner in dem zerstörten Haus vermutet. Aufgabe des THW war es, die Erkundung der Schadenstelle vorzunehmen, Zugangsmöglichkeiten zu dem Haus zu finden bzw. zu schaffen, die Ortung der vermissten Personen sowie deren anschließenden Rettung und Erste Hilfe Maßnahmen durchzuführen.
Bereits 30 Minuten nach Alarmierung traf der Gerätekraftwagen I (GKW I) mit den Helfern aus Geislingen an der Schadenstelle ein.
Die Führung und Koordinierung der THW-Kräfte vor Ort übernahm der Zugtrupp.
Bei einer ersten Erkundung der Schadenstelle wurde das Umfeld des Hauses betrachtet, der von außen ersichtliche Schadensumfang bewertet, Zugangsmöglichkeiten erkundet und mögliche Gefahrenstellen ausgemacht.
Schnell konnte die Erkundung im inneren des Gebäudes beginnen. Erste Feststellung: die Treppe, die vom Keller bis in das 3. Obergeschoss (OG) führte, ist völlig zerstört und als solche nicht mehr begehbar.
Der Zugang in die jeweiligen Etagen musste also von außen über die Fenster per Leiter erfolgen.
Kurz nach Erkundungsbeginn im Gebäudeinneren wurden auch schon die ersten verletzten Personen gemeldet: zwei bewusstlose, schwerverletzte Jugendliche im zweiten OG, ein weiterer im dritten.
Die Person im zweiten OG war in einem durch die Trümmer nicht zugänglichen Raum eingesperrt, jedoch -von ein paar Platzwunden abgesehen- weitgehend unverletzt.
Der Fokus lag dann also zuerst auf der Rettung der beiden Schwerverletzten im 2. OG. Nach deren Befreiung aus den Trümmern, der Erstversorgung durch die Sanitätshelfer und der Umlagerung der Verletzten in die Bergewanne, konnte deren Rettung über einen Leiterhebel durchgeführt werden.
Zur Befreiung der im 3. OG eingeschlossenen Person musste großes Gerät herangebracht werden, um einen Zugang durch einen Mauerdurchbruch zu schaffen.
Auch diese Aufgabe wurde bestens bewältigt, so dass bald darauf Verletzter Nr. 3 an den Rettungsdienst übergeben werden konnte. Zu allem Überfluss verletzte sich bei der Rettungsaktion ein Helfer am Bein, so dass der Helfer selbst die Hilfe seiner Kameraden in Anspruch nehmen musste und von ihnen sicher per Leiterhebel aus dem Gebäude abgelassen wurde und ebenfalls an die Sanitäter übergeben wurde. Glück im Unglück: der verletzte Helfer gehörte zu der eingespielten Lage des Szenarios.
Bei der Erkundung der 1. Etage wurde eine weitere verletzte Person geortet, die von den Helfern aus ihrer Lage befreit, versorgt und per „schiefe Ebene" über eine Leiter gerettet werden konnte.
Wie sich herausstellte, befanden sich zum Zeitpunkt des „Unglücks" nur vier der sieben gemeldeten Personen in dem Haus.
Somit konnte nach einer Abschlusserkundung und dem Rückbau des Materials um 18:30 Uhr das Übungsende ausgesprochen werden.
Die Fachgruppe Logistik-Verpflegung versorgte die Helfer mit heißen Getränken und nach Übungsende mit einem deftigen Erbseneintopf auf der gut eingeheizten Ladefläche des Ladebordwanders, wo sich die Helfer nach der erfolgreichen Übung wieder aufwärmen konnten.
|